Taschengeld, Arbeitszeit und Vertrag für Au-pairs in Österreich

Taschengeld, Arbeitszeit, Urlaub, Vertrag und so weiter – Alle wichtigen Themen, die für Au-pairs und Gastfamilien in Österreich von Interesse sind, haben wir hier zusammengefasst.

Junge Frau mit Geldbörse
  • Au-pair-Vertrag

    Bevor es zu einem Vertragsschluss kommt, sollten Gastfamilie und Au-pair klären, was sie voneinander erwarten. Im Vertrag sollten dann die wichtigsten Punkte festgehalten werden. So vermeidet man spätere Missverständnisse. Wir empfehlen, den offiziellen Au-pair-Vertrag für Österreich auf Deutsch zu nutzen.

    Kündigung
    Der Vertrag kann von beiden Seiten ohne Nennung eines Grundes gekündigt werden, solange eine Kündigungsfrist von einer Woche berücksichtigt wird. Die Kündigung sollte am besten schriftlich erfolgen.

  • Aufenthaltsdauer

    Au-pairs dürfen bis zu einem Jahr in Österreich bleiben.

    Für Au-pairs von außerhalb der EU gilt eine Mindestaufenthaltsdauer von 6 Monaten.

  • Aufgaben

    Ein Au-pair ist in erster Linie für die Kinderbetreuung zuständig. Außerdem hilft es bei leichten Tätigkeiten im Haushalt mit.

    Gastfamilie und Au-pair sollten vorab klären, welche Aufgaben das Au-pair übernehmen soll und dies im Au-pair Vertrag festhalten.

    Mehr Info zum Thema:

  • Taschengeld

    In Österreich wird das Taschengeld eines Au-pairs offiziell als Gehalt angesehen. Es wird daher am Ende jedes Monats als Lohn gezahlt. Das Gehalt eines Au-pairs beträgt 475,86 Euro brutto (Stand 2021).

    Bei einem Aufenthalt von einem Jahr erhält das Au-pair drei Monatsgehälter zusätzlich, also insgesamt 15. Bei kürzeren Aufenthalten werden die zusätzlichen Gehälter anteilig gezahlt.

  • Kost und Logis

    Kost und Logis stellt die Gastfamilie kostenfrei zur Verfügung. Das Au-pair hat das Recht auf ein eigenes möbliertes Zimmer, das mindestens 9 m² groß ist. Es sollte ein Fenster haben, das sich öffnen lässt, und beheizbar sein. Der Raum muss von innen verschlossen werden können.

    Das Au-pair hat, ebenso wie alle anderen Familienmitglieder, das Recht auf freien Zugang zu Nahrungsmitteln. Deshalb sollte das Au-pair an den Familienmahlzeiten teilnehmen und freien Zugang zum Kühlschrank, etc., haben. Das Recht auf freie Kost und Logis greift auch im Krankheitsfall des Au-pairs, sowie an Urlaubstagen

  • Arbeitszeit

    In Österreich arbeitet ein Au-pair bis zu 18 Stunden pro Woche.

    Au-pairs von außerhalb der EU dürfen nicht weniger als 18 Stunden pro Woche arbeiten. Mit einer niedrigeren Stundenanzahl würden wichtige Voraussetzungen für die Gewährung der Aufenthaltsbewilligung nicht eingehalten.

  • Freizeit und Urlaub

    Ein Au-pair hat das Recht auf mindestens einen freien Tag pro Woche. In diesem Zusammenhang müssen die Lebensumstände der Gastfamilie, Anforderungen an die Haushaltsführung und Bedürfnisse des Au-pairs berücksichtigt werden.

    Das Urlaubsgesetz bestimmt, wie viele Urlaubstage dem Au-pair zustehen und auch die Vergütung für nicht genutzte Urlaubstage. Au-pairs, die ein ganzes Jahr bleiben, bekommen 30 Tage Urlaub. Bei kürzeren Aufenthalten müssen die Urlaubstage entsprechend angepasst werden.

    In Österreich gibt es keine offizielle Regelung zu gesetzlichen Feiertagen für Au-pairs. Es ist jedoch empfehlenswert, dass Au-pairs an Feiertagen frei haben. Nur in Ausnahmefällen sollten Au-pairs an Feiertagen arbeiten. Am besten sprechen Gastfamilie und Au-pair das vorher ab.

    Mehr Info zum Thema:

  • Sprachkurs

    Das Au-pair sollte die Möglichkeit haben, an einem Sprachkurs teilzunehmen. Die Hälfte der Kosten bezahlt die Gastfamilie, die andere Hälfte bezahlt das Au-pair selbst.

  • Au-pair-Versicherung

    Einer der wichtigsten Punkte, die es zu beachten gibt, ist der Abschluss einer Unfall- und Krankenversicherung. So abgesichert, können dann beide Parteien die Au-pair-Erfahrung in Österreich genießen.

    Gemäß dem Allgemeinem Sozialversicherungsgesetz (ASVG) muss die Gastfamilie das Au-pair bei der gesetzlichen Sozialversicherung anmelden. Diese umfasst für Au-pairs in der Regel nur die Unfallversicherung. Die Gastfamilie zahlt die Beiträge für die Unfallversicherung an die Gebietskrankenkasse.

    Ferner muss das Au-pair während des gesamten Aufenthaltes in Österreich krankenversichert sein. Eine Krankenversicherung muss bei einem privaten Versicherungsträger abgeschlossen werden. Die Kosten dafür trägt das Au-pair. Eine ausländische Krankenversicherung ist nur dann ausreichend, wenn die Leistungen auch in Österreich in Anspruch genommen werden können.

    Bitte beachten: Au-pairs aus Nicht-EU-Staaten müssen nachweisen, dass sie in vollem Umfang krankenversichert sind, wenn sie den Aufenthaltstitel beantragen.

    Achtung: Ab dem 28. Geburtstag haben Au-pairs in Österreich nicht mehr den Status eines Au-pairs sondern gelten als normale Arbeitnehmer. Das hat Konsequenzen hinsichtlich Sozialversicherung und Mindestlohn. Alle Ausgaben der Gastfamilie (Kost und Logis, Sprachkurs, eventuelle Versicherungsbeiträge) zählen zum Entgelt des Beschäftigten dazu und werden beitragspflichtig. Ferner gilt nicht mehr der Mindestlohn für Au-pairs sondern der Mindestlohn für Arbeitnehmer im Haushalt. Damit übersteigen die Bezüge die Geringfügigkeitsgrenze und der Arbeitnehmer wird voll sozialversicherungspflichtig.

  • Auto fahren und Führerschein

    Es sollte schon im Vorfeld geklärt werden, ob das Au-pair im Gastland Auto fahren soll. Wenn das der Fall ist, gilt es herausfinden, ob der Führerschein des Au-pairs in Österreich gültig ist. Möglicherweise muss ein internationaler Führerschein beantragt werden.

    Was geschieht im Schadensfall? Wer trägt die Kosten? Auch das sollte gemeinsam besprochen und die wichtigsten Punkte notiert werden.

Wir arbeiten stetig daran, unsere Informationen über die Gastländer zu ergänzen und aktuell zu halten. Dennoch können wir nicht garantieren, dass alle Informationen richtig und vollständig sind. Wenn Sie Ungenauigkeiten oder Lücken entdecken, freuen wir uns, von Ihnen zu hören.