Gastmutter gibt Tipps für einen gelungenen Au-pair-Aufenthalt

Steffi, Bloggerin des „Club de Madres Empoderhadas“, einem spanischen Blog für Mütter, war mit 23 Jahren Au-pair. Inzwischen ist sie selbst Mutter von zwei Söhnen. Sie weiß also genau, was wichtig ist, damit sich ein Au-pair bei ihnen zu Hause wohlfühlt.

Steffi, ihr Mann und ihre 2 Kinder mit den Armen in Richtung Himmel
, in Gastfamilien

Oft sind wir so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir vergessen, uns in die Lage anderer Menschen hinein zu versetzen. Diese kleine Geste kann jedoch den entscheidenden Unterschied machen, wenn die Zeit mit Ihrem Au-pair gut verlaufen soll. Daher könnten die folgenden Tipps durchaus nützlich für Sie sein:

1. Erklären Sie Ihrem Au-pair die Bräuche Ihres Landes, damit es sich besser anpassen kann

Höchstwahrscheinlich ist Ihr Au-pair an andere Speisen und auch an andere Essenszeiten gewöhnt. Daher sollten Sie Ihr Au-pair gleich an die Gewohnheiten und Bräuche Ihres Landes heranführen, damit es diese besser versteht und sich schneller anpassen kann. Eine gute Möglichkeit wäre auch, dass Ihnen Ihr Au-pair vielleicht einige Rezepte oder Bräuche seiner Heimat zeigt, um sich so noch mehr zu Hause zu fühlen. Denken Sie immer daran, dass Ihr Au-pair weit weg von zu Hause ist und gewiss die eigenen Traditionen, Speisen, und vor allem auch Familie und Freunde vermisst.

2. Lassen Sie Ihrem Au-pair auch Privatsphäre und legen Sie einen Stundenplan fest

Ein Au-pair muss einen Sprachkurs besuchen, sehr wahrscheinlich findet dieser vormittags statt. Daher wird es womöglich einige Stunden geben, an denen Sie nicht gemeinsam zu Hause sind. Legen Sie Zeiten fest, zu denen das Au-pair kleinere Aufgaben im Haushalt erledigen kann und den Kindern bei den Hausaufgaben hilft. Es ist sehr wichtig (und sogar zwingend erforderlich!), dass das Au-pair ein eigenes Zimmer hat. Es dient als Rückzugsort, in dem das Au-pair seine Privatsphäre und Ruhe genießen kann.

3. Legen Sie bereits zu Beginn die Aufgaben fest, die erledigt werden sollen

Es ist wichtig, einen gemeinsamen Weg zu finden, der Ihr Leben und das des Au-pairs aufeinander abstimmt. Das ist wichtig, damit das Zusammenleben funktioniert und die Bedürfnisse von beiden Seiten erfüllt werden können. Hier einige Beispiele von Aufgaben, die Au-pairs übernehmen können:

  • den Geschirrspüler täglich ein- und ausräumen
  • die Betten machen, Kinderzimmer und Spielzeug aufräumen
  • den Kindern Frühstück machen, bei den Vorbereitungen für das Abendessen helfen, die Kinder baden
  • die Kinder zur Schule bringen und abholen

Über eines sollte man sich jedoch im Klaren sein: Ein Au-pair ist keine Hausangestellte oder Putzfrau, sondern ein weiteres Familienmitglied.

4. Vereinbaren Sie ein angemessenes Taschengeld

Das Taschengeld, das Ihr Au-pair erhält, hängt immer auch von Ihren Bedürfnissen ab. Vielleicht benötigen Sie mal zusätzliche Hilfe, mehr Stunden pro Tag oder vielleicht auch weniger. Wenn Ihr Au-pair abends babysittet, sollten Sie es dafür bezahlen oder die Zeit beispielsweise mit freien Tagen ausgleichen. Beachten Sie auch, dass Sie das Taschengeld an die Stadt oder die Region, in der Sie leben, anpassen, damit Ihr Au-pair für die Ausgaben dort genug Geld zur Verfügung hat. Vielleicht können Sie Ihrem Au-pair auch ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr bezahlen oder ihm möglicherweise sogar ein Auto zur Verfügung stellen.

5. Helfen Sie Ihrem Au-pair, einen Sprachkurs zu finden

Sie haben eine bessere Vorstellung von den Entfernungen in Ihrer Stadt, den Preisen und den Kursangeboten, die man vor Ort wahrnehmen kann. Möglicherweise können Ihnen auch Freunde, Bekannte oder Verwandte Kurse empfehlen. Vergessen Sie nicht, dass das Au-pair zu Ihnen gekommen ist, um die Landessprache zu lernen, auch wenn Sie vielleicht möchten, dass es mit Ihren Kindern in seiner Muttersprache spricht. Sie sollten hier am besten ein Gleichgewicht finden. So könnte das Au-pair beispielsweise mit Ihren Kindern in seiner Muttersprache und mit Ihnen in Ihrer Landessprache sprechen. Auf diese Weise gibt es einen Sprachaustausch. Der tägliche Umgang miteinander wird dabei helfen, die Sprachkenntnisse auf beiden Seiten schnell zu verbessern.

6. Reden Sie miteinander

Damit alles gut läuft, sollten Sie offen mit Ihrem Au-pair reden. Au-pairs kümmern sich um Ihre Kinder, so gut sie können. Allerdings sind Sie selbst keine Eltern und haben daher vermutlich nicht die gleiche Erfahrung im Umgang mit Kindern wie Sie. Wenn etwas nicht gut funktioniert, sollten Sie miteinander reden und versuchen, eine Lösung zu finden. So wird das Zusammenleben bestimmt wieder besser funktionieren.

7. Vertrauen Sie Ihrem Au-pair voll und ganz

Sobald das Au-pair bei Ihnen zu Hause ist, schenken Sie ihm Ihr Vertrauen – schließlich wird es sich um Ihr wertvollstes Gut kümmern: Ihre Kinder. Sobald Sie merken, dass etwas verbessert oder anders gemacht werden sollte, geben Sie Ihrem Au-pair Tipps. Verdeutlichen Sie ihm, wie groß die Verantwortung ist, die es für Ihre Kinder hat – auf diese Weise wird es Ihre Ratschläge sicherlich beherzigen.

Danke für‘s Lesen!

Steffi

Steffi mit ihrem Kind auf dem Rücken

Ich heiße Steffi und arbeite im Einkauf. Nächstes Jahr im Februar werde ich an die Universität gehen, um "Kommunikation und Kulturwissenschaft" zu studieren. Ich war früher auch Au-pair, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Mittlerweile bin ich Mutter von 2 Söhnen und fand es einfach toll, letzten Sommer selbst ein Au-pair zu haben. Mein Mann kommt aus Deutschland, er spricht zuhause mit unseren Kindern Deutsch. Ich spreche Spanisch, Katalanisch, Englisch und auch ein bißchen Deutsch. Ich habe ein Instagram Profil und auch einen Blog: @madresempoderhadas

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