Eine Gruppe von Menschen legt ihre Hände zusammen, um ihre Verbundenheit zu zeigen

 

So fühlt sich euer Au-pair wie zu Hause

Ein Au-pair willkommen zu heißen bedeutet mehr, als nur alles für die Ankunft vorzubereiten. Dein Au-pair kommt in eine neue Familie, muss sich an neue Abläufe gewöhnen und lebt oft gleichzeitig zum ersten Mal in einem neuen Land. Sich wirklich zu Hause zu fühlen, braucht Zeit. Aber wie ihr euer Au-pair willkommen heißt, in euren Alltag einbezieht und miteinander kommuniziert, kann diesen Übergang deutlich leichter machen.

Hier sind einige einfache Möglichkeiten, wie ihr eurem Au-pair von Anfang an helfen könnt, sich wohlzufühlen, Anschluss zu finden und Teil eurer Familie zu werden.

1. Wie könnt ihr schon vor der Ankunft eine Verbindung zu eurem Au-pair aufbauen?

Ihr müsst nicht bis zum Anreisetag warten, um euch besser kennenzulernen.

Regelmäßige Nachrichten und Videoanrufe helfen dabei, dass sich alle schon vor Beginn des Aufenthalts etwas vertrauter miteinander fühlen. Stellt euer Au-pair den Kindern, Haustieren und anderen Personen vor, mit denen es wahrscheinlich viel Zeit verbringen wird. Dabei müssen sich die Gespräche nicht immer nur um Organisatorisches drehen.

Fragt zum Beispiel nach Interessen, Lieblingsessen, Hobbys oder danach, worauf sich euer Au-pair besonders freut. Solche kleinen Gespräche können dazu beitragen, dass sich das erste persönliche Treffen viel natürlicher anfühlt und alle etwas entspannter in den gemeinsamen Start gehen.

Welcome sign for au pair

2. Was sorgt dafür, dass sich ein Au-pair wirklich willkommen fühlt?

Ein herzlicher Empfang muss gar nicht aufwendig sein. Oft sind es kleine Gesten, die die Ankunft persönlicher machen, zum Beispiel:

  • ein Lieblingssnack
  • eine kurze Willkommensnachricht
  • ein Bild von den Kindern
  • ein entspanntes gemeinsames Abendessen

Am wichtigsten ist, dass euer Au-pair merkt, dass ihr euch auf seine Ankunft gefreut habt und es wirklich willkommen ist.

Denkt gleichzeitig daran, dass die Reise anstrengend gewesen sein kann und am ersten Tag viele neue Eindrücke zusammenkommen. Gebt eurem Au-pair deshalb erst einmal Zeit, auszupacken, sich auszuruhen und anzukommen, bevor ihr direkt alle Abläufe und Aufgaben im Detail besprecht.

Ihr steckt noch mitten in den Vorbereitungen? In unserem Guide „Die Ankunft eures Au-pairs vorbereiten“ findet ihr die wichtigsten praktischen Dinge, die ihr vorab organisieren solltet.

3. Wie könnt ihr eurem Au-pair helfen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden?

Selbst ganz alltägliche Dinge können am Anfang ungewohnt sein. Zeigt eurem Au-pair die Umgebung und erklärt, wie der Alltag bei euch vor Ort funktioniert. Hilfreich ist es zum Beispiel, folgende Orte zu zeigen:

  • öffentliche Verkehrsmittel und wichtige Verbindungen
  • Supermärkte und Apotheken
  • Cafés, Parks oder Wochenmärkte
  • Fitnessstudios, Sprachschulen oder andere interessante Angebote
  • Orte, die euer Au-pair in seiner Freizeit besuchen könnte

Dabei geht es nicht nur darum, dass sich euer Au-pair gut zurechtfindet, sondern auch darum, ihm mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Vor allem solltet ihr ihm Zeit geben, sich Schritt für Schritt einzuleben. Es muss nicht sofort alles verstehen oder kennen.

Au pair with host family at the Park

4. Wie sehr solltet ihr euer Au-pair in das Familienleben einbeziehen?

Gerade in den ersten Wochen kann es einen großen Unterschied machen, sich als Teil der Familie zu fühlen.

Ladet euer Au-pair zu gemeinsamen Abendessen, Geburtstagen, Ausflügen oder Familienfeiern ein. So hat es die Möglichkeit, euch auch außerhalb seiner Aufgaben in der Kinderbetreuung besser kennenzulernen.

Gleichzeitig gehört die Freizeit eures Au-pairs ihm selbst.

Vielleicht möchte es Freunde treffen, die Umgebung erkunden oder einfach etwas Zeit für sich haben. Ziel sollte sein, dass sich euer Au-pair jederzeit willkommen fühlt mitzumachen – aber nicht das Gefühl bekommt, seine gesamte Freizeit mit der Familie verbringen zu müssen.

5. Warum gehören klare Erwartungen zu einem guten Start?

Es ist viel leichter, sich wohlzufühlen, wenn man weiß, woran man ist.

Sprecht offen über Arbeitszeiten, Aufgaben bei der Kinderbetreuung, die Routinen der Kinder und Regeln oder Gewohnheiten im Haushalt, die euch besonders wichtig sind. Auch wenn ihr vieles davon bereits vor dem Aufenthalt besprochen habt, ist es sinnvoll, nach der Ankunft noch einmal gemeinsam darüber zu sprechen. Dann kann euer Au-pair auch direkt sehen, wie der Alltag bei euch tatsächlich aussieht.

Geht nicht automatisch davon aus, dass etwas selbstverständlich ist, nur weil es in eurem Haushalt ganz normal ist.

Gute Kommunikation funktioniert außerdem in beide Richtungen. Euer Au-pair sollte sich wohl dabei fühlen, Fragen zu stellen, Bedenken anzusprechen oder zu sagen, wenn etwas unklar ist.

Mehr dazu: Klare Erwartungen vereinbaren

6. Wie oft solltet ihr mit eurem Au-pair darüber sprechen, wie es ihm geht?

Wartet nicht, bis etwas schiefläuft, bevor ihr fragt, wie es läuft. Gerade in den ersten Wochen kann ein kurzes regelmäßiges Gespräch dabei helfen, besser zu verstehen, wie sich euer Au-pair einlebt.

Ihr könnt zum Beispiel fragen:

  • Wie fühlst du dich bisher?
  • Kommst du mit dem Zeitplan gut zurecht?
  • Ist noch etwas unklar?
  • Wie läuft es mit den Kindern?
  • Gibt es etwas, das du gerne anders machen würdest?

Diese Gespräche müssen keine formellen Meetings sein. Wichtig ist vielmehr, regelmäßig Raum für offene und ehrliche Kommunikation zu schaffen, bevor aus kleinen Missverständnissen größere Probleme werden.

Au pair with friends in Paris

7. Wie könnt ihr eurem Au-pair helfen, auch außerhalb eurer Familie Anschluss zu finden?

Sich in einem neuen Land zu Hause zu fühlen bedeutet mehr, als sich nur im Zuhause der Gastfamilie wohlzufühlen.

Ermutigt euer Au-pair dazu, die Umgebung zu erkunden, andere Au-pairs kennenzulernen, einen Sprachkurs zu besuchen, neue Freunde zu finden oder seinen Hobbys nachzugehen.

Ein eigenes soziales Leben kann dabei helfen, selbstständiger zu werden und sich stärker mit der neuen Umgebung verbunden zu fühlen.

Ihr könnt euer Au-pair dabei unterstützen, indem ihr lokale Tipps gebt, Orte zum Kennenlernen anderer Menschen empfehlt oder es einfach darin bestärkt, seine Freizeit für eigene Erlebnisse zu nutzen.

8. Wie könnt ihr euer Au-pair während der Eingewöhnung unterstützen?

Sich gleichzeitig an ein neues Land, eine neue Familie, eine andere Sprache und einen neuen Alltag zu gewöhnen, braucht Zeit.

Gerade am Anfang kann euer Au-pair Heimweh haben, müde sein oder sich unsicher fühlen. Und natürlich können auch Fehler passieren, während es lernt, wie euer Familienalltag funktioniert.

Versucht, in solchen Momenten geduldig zu bleiben.

Erklärt Dinge verständlich, gebt eurem Au-pair die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und denkt daran, dass Sicherheit und Selbstvertrauen meistens erst mit der Zeit entstehen. Das Gefühl, sagen zu können „Ich bin mir gerade nicht sicher“, ohne dafür beurteilt zu werden, kann einen großen Unterschied dabei machen, wie wohl sich jemand in einem neuen Zuhause fühlt.

Sich zu Hause zu fühlen, braucht Zeit

Es gibt nicht die eine Geste, durch die sich ein Au-pair sofort wie zu Hause fühlt.

Meistens ist es die Kombination aus vielen kleinen Dingen: einbezogen zu werden, ohne sich verpflichtet zu fühlen, zu wissen, was erwartet wird, jemanden zum Reden zu haben und genügend Zeit zu bekommen, um sich einzuleben.

Ein herzlicher Empfang schafft eine gute Grundlage für den gemeinsamen Aufenthalt. Das Gefühl, wirklich dazuzugehören, entwickelt sich aber mit der Zeit – durch Geduld, offene Kommunikation und gegenseitigen Respekt.