Einreisebestimmungen für Au-pairs in Deutschland

Wie sind die Einreisebestimmungen für Au-pairs in Deutschland? Braucht man als Au-pair ein Visum für Deutschland? Welche Dokumente vor der Abreise beantragt werden müssen und was bei der Ankunft beachtet werden muss, haben wir hier zusammengetragen.

Junge Frau mit Koffer am Flughafen

Die Bestimmungen sind für EU-Bürger und Nicht-EU-Bürger unterschiedlich. 

EU: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien (Vereinigtes Königreich), Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern

EFTA: Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz

Nicht-EU:
Staatsangehörige aller anderen Länder.

  • Informationen für Au-pairs aus der EU und EFTA

    Au-pair aus einem EU- oder EFTA-Staat brauchen kein Visum, um nach Deutschland einzureisen. 

    Schritt 1: Personalausweis oder Pass einpacken

    Für die Einreise nach Deutschland braucht das Au-pair nur einen Personalausweis oder Reisepass. Bevor es das Heimatland verlässt, sollte es überprüfen, wie lange diese Dokumente noch gültig sind.

    Schritt 2: Neuen Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt anmelden

    Nachdem das Au-pair in Deutschland angekommen ist, muss es sich beim Einwohnermeldeamt anmelden. 

    Diese Dokumente braucht das Au-pair dafür:

    • Personalausweis oder Reisepass
    • den von Au-pair und Gastfamilie unterschriebenen Au-pair-Vertrag
  • Au-pair-Visum

    Au-pairs aus Nicht-EU-Ländern benötigen ein Visum, um nach Deutschland einreisen zu dürfen. Das Visum sollte früh genug beantragt werden. Es kann einige Zeit vergehen, bis das Au-pair sein Visum erhält.

    Schritt 1: Prüfen, ob der Reisepass gültig ist

    Das Au-pair sollte sicherstellen, dass es einen gültigen Reisepass besitzt, bevor es seine Reise plant.

    Schritt 2: Einladungsschreiben und Vertrag schicken

    Die zukünftige Gastfamilie schickt dem Au-pair per Post den unterschriebenen Vertrag und ein Einladungsschreiben. Diese Dokumente braucht das Au-pair zur Beantragung des Visums. Daher ist es wichtig, dass es die Dokumente rechtzeitig erhält: Einladungsschreiben und Au-pair-Vertrag herunterladen.

    Es gilt zu beachten: In der Deutschen Botschaft im Heimatland des Au-pairs kann es eventuell zu längeren Bearbeitungszeiten kommen. Daher raten wir dem Au-pair bei einer Zusage durch eine Gastfamilie, so schnell wie möglich einen Termin für den Visumsantrag in der Auslandsvertretung zu vereinbaren. Bis der Termin stattfindet, kann das Au-pair den Vertrag mit der Gastfamilie unterschreiben und sich um die Zusammenstellung der nötigen Unterlagen kümmern.

    Schritt 3: Visum beantragen

    1. Die deutsche Botschaft prüft die Grundkenntnisse der deutschen Sprache des Au-pairs. Welche Kenntnisse als ausreichend gelten, entscheidet die deutsche Botschaft des Landes. Am besten erkundigt sich das Au-pair vorher bei der Botschaft, ob seine Sprachkenntnisse für ein Visum ausreichen.

    2. In Deutschland darf man nur bis zu einem bestimmten Alter als Au-pair arbeiten. Wenn das Visum beantragt wird, darf es jedoch noch nicht älter als 26 Jahre sein. 

    3. Wenn das Au-pair bei der deutschen Botschaft in seinem Heimatland ein Visum beantragt, sollte es diese Dokumente mitnehmen:

    • einen von der Gastfamilie unterschriebenen Au-pair-Vertrag (Original)
    • das Einladungsschreiben der Gastfamilie (Original)
    • den gültigen Reisepass
    • eine Versicherungsbestätigung von der Gastfamilie (die Gastfamilie verpflichtet sich dazu mit dem Einladungsschreiben)
    • ein Motivationsschreiben, aus dem hervorgeht, wie der Au-pair-Aufenthalt in die konkrete Lebensplanung passt.

    Der Beginn der Au-pair-Beschäftigung laut Au-pair-Vertrag darf nicht später als 6 Monate nach Stellung des Visumantrages liegen. Die geplante Aufenthaltsdauer muss mindestens 6 Monate betragen.

    Wenn das Visum erteilt wird, kann das Au-pair aus seinem Land ausreisen. Bis das Visum ausgestellt ist, sollten je nach Land zwischen 6 Wochen und bis zu ca. 3 Monaten eingeplant werden. Wer es genau wissen möchte, ruft am besten die deutsche Botschaft an und fragt nach.

    Es können auch weitere Dokumente von dem Au-pair verlangt werden, zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis oder ein Gesundheitszeugnis. Auch hier empfehlen wir, bei der deutschen Botschaft im Heimatland nachzufragen.

    Schritt 4: Anmeldung im Gastland

    Nachdem das Au-pair in Deutschland angekommen ist, muss die Gastfamilie es bei dem Einwohnermeldeamt und der Ausländerbehörde anmelden. Die Aufenthaltsgenehmigung wirde erst einmal für 3 Monate ausgestellt, danach muss sie verlängert werden.

    Seit dem 1. September 2011 müssen Au-pairs in Deutschland einen elektronischen Aufenthaltstitel bei der Ausländerbehörde vor Ort beantragen. Das ist der so genannte eAufenthaltstitel. Dazu wird ein biometrisches Passbild benötigt. Die Kosten variieren je beantragter Aufenthaltsdauer: Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis bis zu einem Jahr kostet 100 Euro. Die Zeit von der Antragstellung bis zur Aushändigung beträgt nach den derzeitigen Erfahrungswerten etwa 3 bis 4 Wochen. Es empfiehlt sich daher, sich frühzeitig bei der örtlichen Ausländerbehörde zu erkundigen. 

    Sonderregelungen für bestimmte Länder

    1.) Staatsbürger aus Argentinien, Australien, Chile, HongKong, Israel, Japan, Neuseeland, Südkorea, Taiwan und Uruguay können unter bestimmen Umständen ein Working Holiday Maker Visum beantragen. Details sind mit der deutschen Vertretung im Heimatland abzuklären.

    Oder 2.) Visumsbefreiung bei der Einreise: Au-pairs aus Australien, Israel, Japan, Kanada, Südkorea, Neuseeland sowie den USA dürfen zunächst ohne Visum nach Deutschland einreisen. Wichtig ist hierbei: Der Aufenthaltstitel muss bei der zuständigen Ausländerbehörde vor Ort innerhalb von drei Monaten nach der Einreise und vor Aufnahme der Tätigkeit als Au-pair beantragt werden. Hierbei muss beachten werden, dass Au-pairs für die Ausstellung des Aufenthaltstitels bei der Ausländerbehörde Grundkenntnisse der deutschen Sprache von mindestens Level A 1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens nachweisen müssen.

    Nebentätigkeiten grundsätzlich nicht erlaubt

    Visumspflichtige Au-pairs dürfen nur die Tätigkeiten ausüben, für die ihr Visum erteilt wurde. Andere Tätigkeiten sind laut der Ausländerbehörde der Stadt Berlin grundsätzlich nicht erlaubt.

  • Working Holiday Visum

    Was genau ist das Working Holiday Maker Programm?

    Im Rahmen des Working Holiday Programms können junge Menschen aus bestimmten Ländern für eine begrenzte Zeit in Deutschland leben und arbeiten. Sie erhalten dafür ein Working Holiday Visum.

    Was ist zu beachten?

    Junge Menschen, die mit dem Working Holiday Maker Visum in Deutschland sind, haben offiziell nicht den Status eines Au-pairs sondern den eines Arbeitnehmers, und es gelten andere Regelungen bezüglich des Vertrags mit der Gastfamilie. Im Vordergrund des Holiday Maker Programms steht das Reisen, nicht das Arbeiten. Je nach Herkunftsland darf man also nicht immer über den gesamten Aufenthaltszeitraum bei einem Arbeitgeber arbeiten. Die Versicherung tragen die Antragsteller selbst. Einzelheiten dazu bitte mit der Deutschen Botschaft im Heimatland klären.

    Wer kann sich für das Programm bewerben?

    Junge Menschen aus ArgentinienAustralien, Chile, HongKong, Israel, Japan, Neuseeland, Südkorea, Taiwan und Uruguay können das Visum bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung beantragen. Voraussetzungen und Hinweise zur Beantragung finden Sie auf der Webseite der jeweiligen Deutschen Botschaft.

    Wie funktioniert es?

    Das Working Holiday Visum wird in der Regel nur einmal im Leben ausgestellt. Wichtig: Es gilt hierbei, bestimmte Altershöchstgrenzen zu beachten. Die Antragsteller müssen zwischen 18 und 30 Jahren alt sein. 

    Welche Dokumente benötigt der Bewerber für die Beantragung?

    • ein ausgefülltes Antragsformular
    • einen gültigen Reisepass, der auch nach Ablauf des Aufenthaltes mindestens drei Monate lang gültig ist
    • ein aktuelles, biometrisches Passbild (35 x 45 mm)
    • die Kopie des Rückflugtickets oder eine Flugreservierung (Hin-Rückflug)
    • den Nachweis über eine Krankenversicherung
    • den Nachweis über ausreichend finanzielle Mitteln für den Aufenthalt


Unser Service für Gastfamilien in Deutschland

Kleiner Globus und Reisepass auf Schreibtisch

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