Belgien war gar nicht mein Plan
In meinem letzten College-Jahr habe ich beschlossen, nicht direkt in einen klassischen Bürojob einzusteigen, sondern erst einmal ein Jahr als Au-pair zu verbringen.
Viele suchen sich zuerst ein Land aus, in dem sie unbedingt leben möchten, und schauen dann nach einer passenden Gastfamilie. Bei mir war es genau andersherum.
Als ich mit der Suche angefangen habe, war der Ort für mich nicht das Wichtigste. Ich wollte offenbleiben, weil für mich viel entscheidender war, mit wem ich ein ganzes Jahr zusammenleben würde.
Erst nachdem ich ein paar Videoanrufe mit meiner späteren Gastfamilie hatte und gemerkt habe, dass wir uns wirklich gut verstehen, habe ich angefangen, mich genauer mit Brügge zu beschäftigen.
Sie haben mir mehr darüber erzählt, wo sie leben, also habe ich die Stadt selbst recherchiert. Ich habe gesehen, wie schön Brügge ist, und schnell gemerkt, wie einfach man von dort mit dem Zug andere Orte in Belgien und Europa erreichen kann.
Dass Brügge dann auch noch so gut zu mir gepasst hat, war eigentlich ein ziemlich schöner Bonus.
Was mir bei einer Gastfamilie wichtig war
Weil ich wusste, dass ich möglicherweise ein ganzes Jahr mit einer Familie zusammenleben würde, war es mir wichtig, sie vorher wirklich kennenzulernen.
Wenn eine Familie mich kennenlernen wollte, habe ich das deshalb nie als einseitiges Bewerbungsgespräch gesehen. Sie wollten herausfinden, ob ich zu ihnen passe – aber genauso wollte ich wissen, ob ich mich bei ihnen wohlfühlen könnte.
Bei meiner Gastfamilie in Brügge hat sich diese Verbindung ganz natürlich angefühlt.
Sie hatten schon vorher Au-pairs und ich war ihr drittes. Das hat den Start für mich einfacher gemacht. Die beiden Jungs wussten schon, was es bedeutet, ein Au-pair zu haben, und haben mich deshalb sehr schnell in ihren Alltag aufgenommen.
Auch meine Gasteltern haben mich von Anfang an einbezogen. Wenn sie etwas unternommen haben oder Pläne hatten, haben sie mich oft gefragt, ob ich mitkommen möchte.
Genau das hatte ich mir gewünscht: Ich wollte mein eigenes Leben haben und unabhängig sein, aber gleichzeitig auch das Gefühl haben, wirklich zur Familie dazuzugehören.