Eine Fremdsprache für Ihre Kinder – ein Au-pair kann so viel mit Ihnen teilen

Chontelle Bonfiglio, Expertin für bilinguale Sprachentwicklung und Autorin des Blogs  „Bilingual Kidspot“, erklärt in diesem Gastbeitrag, wie Au-pairs Ihr Familienleben mit einer zweiten Sprache bereichern können.

Fremdsprache - Bücher lesen
, in Gastfamilien

Ein Au-pair aus dem Ausland aufzunehmen, ist eine großartige Möglichkeit, Ihrem Kind eine neue Sprache näherzubringen oder seine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. Es kann Ihnen nicht nur bei der Kinderbetreuung helfen, sondern darüber hinaus Ihren Kindern im ganz normalen Alltag eine zweite Sprache beibringen, ohne dass Sie auf speziellen Fremdsprachenunterricht oder einen Sprachlehrer zurückgreifen müssen.

Vorteile einer Fremdsprache

Es ist allseits bekannt, dass es durchaus nützlich ist, mehrere Fremdsprachen zu beherrschen. Vor allem Kinder profitieren von den Vorteilen der Zweisprachigkeit. Forschungsergebnisse zeigen, dass bilinguale Kinder konzentrierter sind und bei Multitasking-Aufgaben und Problemlösungen besser abschneiden. Sie passen sich eher an eine neue Umgebung an und sind offener gegenüber dem Erlernen neuer Dinge. Wesentliche Vorteile ergeben sich auch mit zunehmenden Alter der Kinder. Für viele Arbeitgeber sind Fremdsprachenkenntnisse äußerst wichtig, sodass zweisprachige Kinder hier durchaus die Nase vorn haben.

So hilft ein Au-pair bei der Sprachentwicklung Ihres Kindes

Eine Sprache erlernt man am effektivsten durch natürliche Immersion. Ein Au-pair, das mit Ihrem Kind kontinuierlich in der Zielsprache, also der Muttersprache des Au-pairs, spricht und spielt, ist eine großartige Möglichkeit, Ihr Kind mit einer neuen Sprache vertraut zu machen. Es lernt dabei, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Überlegen Sie, wie Ihre Kinder ihre Muttersprache lernen. Da gibt es keinen Unterricht. Stattdessen tauchen sie quasi tagein und tagaus in ihre Sprachumgebung ein und erlernen so die Sprache auf ganz natürliche Weise.

Der OPOL-Ansatz

OPOL steht für „One Person One Language“ und heißt so viel wie „eine Person, eine Sprache“. Bei mehrsprachigen Familien und jenen, die sich aufgrund der Möglichkeit der Fremdsprachenvermittlung für ein Au-pair entscheiden, ist der OPOL-Ansatz verbreitet. Dabei handelt es sich um eine simple und solide Strategie. Jede Person spricht in nur einer Sprache – diese ist auch meist dessen Muttersprache – mit dem Kind. Das Au-pair „lehrt“ Ihrem Kind also nicht die Sprache im klassischen Sinn, sondern nutzt im Gespräch mit Ihrem Kind einfach immer seine eigene Sprache. Folglich sprechen Sie als Eltern eine Sprache, während das Au-pair eine andere spricht, also seine Muttersprache. Wird diese Herangehensweise konsequent angewendet, lernen die Kinder, zwischen den unterschiedlichen Sprachen zu unterscheiden, und verknüpfen gleichzeitig jede Sprache mit einer bestimmten Person oder Personengruppe.

Mit dem OPOL-Ansatz und dank natürlicher Immersion kann ein Au-pair Ihrem Kind helfen, eine Sprache zu lernen

Zusammen spielen und gemeinsam etwas unternehmen

Spielen gehört zu den wichtigsten Aspekten in der Entwicklung eines Kindes. Wir lernen umso besser, je mehr Spaß wir dabei haben. Ein Au-pair kann die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes ganz einfach fördern, indem es mit ihm spielt oder eine schöne Zeit mit ihm verbringt. An sonnigen Tagen kann das im Freien bei einem Spaziergang im Park oder beim Herumtoben im Garten oder an verregneten Wintertagen in der Wohnung beim Spielen mit Puppen, Autos oder Bällen sein. Es eignen sich alle Aktivitäten, bei denen erzählt wird.

Bücher in der Zielsprache lesen

Bücher spielen beim Erlernen einer Sprache eine wichtige Rolle. Beim täglichen Lesen lernt Ihr Kind neue Wörter, die ihm im Alltag so nicht begegnen würden. Kinder zu ermutigen, sich an Aktivitäten zu beteiligen, ihnen Dinge zu zeigen und mit ihnen über neue Vokabeln zu sprechen, sind alles tolle Möglichkeiten, um sie zum Sprechen zu animieren. Es kann natürlich auch nützlich sein, wenn Ihr Au-pair und Ihr Kind Freundschaft schließen.

Lieder singen

Die meisten Kinder singen gerne und Musik ist zudem ein einfaches Mittel, um eine Sprache zu lernen. Durch den Rhythmus und die Melodie von Liedern lassen sich Wörter einfacher einprägen. Darüber hinaus macht Singen auch großen Spaß.

Kinder können zu Hause eine andere Kultur kennenlernen

Gemeinsam verschiedene Gerichte zubereiten

Kochen ist eine tolle Möglichkeit, ein Kind für eine neue Sprache und Kultur zu begeistern. Ein Au-pair kann traditionelle Gerichte aus seinem Heimatland zubereiten. Das gemeinsame Kochen mit Kindern kann großen Spaß machen, erst recht wenn sie alles mitmachen dürfen. Kinder, die beim Essen normalerweise äußerst wählerisch sind, probieren eher ein neues Gericht, wenn sie es selbst mit zubereitet haben.

Kindern das Heimatland des Au-pairs näherbringen

Kinder können von einem Au-pair viele Dinge lernen. Das Au-pair kann ihnen zum Beispiel geografische Fakten vermitteln oder von seinem Land und den Traditionen und Feiertagen berichten. Es kann von seiner Familie und Kindheit erzählen. Mehr von der großen, weiten Welt zu erfahren, ist eine tolle Sache für Kinder, vor allem wenn es dabei um persönliche Erfahrungen geht.

Eine echte Win-win-Situation

Ein Au-pair bei sich aufzunehmen, kann eine tolle Erfahrung für Ihre Familie und Ihr Au-pair sein. Der kulturelle Austausch ist keine Einbahnstraße und bietet daher Vorteile für beide Seiten. Während Ihre Kinder erste Schritte in Richtung Zweisprachigkeit machen, verbessert Ihr Au-pair seine Fremdsprachenkenntnisse in der neuen Umgebung Ihres Heimatlandes. Das gemeinsame Ziel aus interkultureller Kompetenz und verbesserten Sprachkenntnissen ist ein entscheidender Aspekt der Au-pair-Erfahrung und gleichzeitig die Basis seiner großen Beliebtheit – eine echte Win-win-Situation für alle.

Chontelle Bonfiglio – Bilingual Kidspot

Bloggerin Chontelle

Chontelle ist zertifizierte ESL-Lehrerin, Bloggerin und Mutter zweier zweisprachiger Kinder. Sie berät Eltern, die ihre Kinder zwei- oder mehrsprachig aufwachsen lassen möchten. Mit viel Inspiration und Hilfestellung greift sie dabei auf Strategien zurück, die auf ihren eigenen Erfahrungen als Elternteil und Fremdsprachenlehrerin für Kinder basieren.
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