Becoming an au pair in Sweden
Julie as an au pair near Stockholm, Sweden

From April to July 2010, Julie worked as an au pair on the island Lidigö near Stockholm, Sweden. Below you can read more about her experiences during her stay in Northern Europe. Julie wrote her testimonial in German.



Julie in SwedenAb in den Norden. Das war eigentlich schon lange mein Traum. Nach dem Abi sollte es für ein Jahr nach Norwegen gehen. Gesucht hatte ich schon ab November, doch selbst Anfang März (kurz vor Schulende) hatte sich die „perfekte“ Familie noch nicht gemeldet.  Nach längerem Überlegen dehnte ich meine Suche auf Schweden aus und kurze Zeit später hatte ich gleich mit zwei sehr netten Familien Kontakt, die eine Nähe Malmö, die andere in Nähe Stockholm. Ich entschied mich für letztere und sollte eigentlich schon am 19. April von Stuttgart aus in Richtung Schweden fliegen, doch die Aschewolke machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Aschewolke verzögert meine Ankunft

Nach zweimaligem Verschieben holten mich meine Gastmutter Vendela und die zwei Gastkinder Eric (8) und Adrienne (9) am 23. April um 17.30 Uhr vom Flughafen Arlanda ab. Im Nachhinein war die verspätete Anreise auch nicht so schlecht, denn so hatte ich noch das Wochenende zum Umgebung und Familie kennenlernen und auch zum Gewöhnen an die neue Sprache. Ich habe in der Woche etwa 20-25 Stunden gearbeitet, was wirklich sehr angenehm war. Die meisten meiner Au Pair Freundinnen mussten 25-30, manche auch 35 Stunden die Woche arbeiten. Zu meinen Hauptaufgaben zählte es, die Kinder für die Schule fertig zu machen, sie hinzubringen und wieder abzuholen, sowie zu kochen. Im Haushalt sollte ich mich um die Wäsche kümmern, die Küche aufräumen, Staub saugen, wischen und alle zwei Wochen sehr gründlich putzen.

Aufregung am ersten Arbeitstag geht schnell vorbei

An meinem ersten Arbeitstag war ich dann auch ein wenig aufgeregt, aber das legte sich wirklich schnell. Meine Gastmutter war auch ganz locker und hat mir alles gut erklärt und wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann war das auch kein großes Problem. Da sie dann später oft unter der Woche in Kopenhagen war und der Vater von 7-18 Uhr bei der Arbeit, musste ich mich meistens um alles kümmern und vor allem versuchen, immer den Überblick zu behalten. Meine Kinder hatten auch viele Aktivitäten, sodass es von Vorteil war, alles genau aufzuschreiben, damit man nichts vergisst.  Vor dem Kochen hatte ich etwas Angst, denn die größte Köchin bin ich wirklich nicht. Aber ich sollte ja vor allem für die Kinder kochen und meine waren zum Glück nicht so anspruchsvoll. Und ich muss sagen ich habe in meinem Leben noch nicht so viele Pfannkuchen wie in meiner Zeit in Schweden gegessen! :)

Mein Zimmer: ein ehemaliger Luftschutzbunker

Mein Zimmer lag im Keller des Hauses, einem ehemaligen Luftschutzbunker. Dazu hatte ich einen separaten Eingang und störte somit auch niemanden, wenn ich manchmal erst nachts von einer Party zurückkam. Da nur durch den Eingang Licht einfiel, war es recht dunkel, sodass ich immer Licht anmachen musste. Die Tür zur Treppe ins Erdgeschoss konnte man leider nicht komplett zumachen, was mich persönlich des Öfteren gestört hat. Meine „Ecke“ die aus einem Bett, einer Couch, zwei Sesseln, einer Ablage, einem Nachtisch und einem Schrank bestand, mochte ich auch wirklich gerne. Da aber in dem Raum auch noch ein Kühlschrank, zwei Schränke, eine Badewanne (die Familie wollte bald ihr Badezimmer renovieren), einer Bar, einer Kühltruhe und Getränkekisten ihren Platz fanden, das Problem mit der Helligkeit und der Tür führte in Situationen, in denen ich traurig war, manchmal schon dazu, dass ich mich nicht so richtig wohl fühlte. Da ich in meinem Zimmer kein W-LAN, setzte ich mich dafür immer ins Wohnzimmer. An sich war das kein Problem, doch manchmal hätte ich gerne mit meiner Familie ganz ungestört skypen wollen, was eben dann nicht immer möglich war.

Sprachkurs bringt viele Freunde

Da auf Lidingö zu meiner Zeit kein Sprachkurs angeboten wurde, musste ich dafür nach Stockholm fahren. Zur Sprachschule brauchte ich etwa 40 Minuten mit einem Regionalzug und der U-Bahn. Glücklicherweise konnte ich gleich montags, 3 Tage nach meiner Anreise, in einen A2-Kurs einsteigen. Wir waren einen lustige Truppe mit fünf Au Pairs und zwei älteren Frauen. Über diesen Kurs habe ich dann auch viele Freunde gefunden. Mein Glück war, dass ich im Vorhinein schon Norwegisch gelernt und als ich die Zusage erhalten hatte, dann mit Schwedisch begonnen hatte. Daher hatte ich schon das sprachliche (jedoch nicht unbedingt das grammatikalische) Niveau der anderen Kursteilnehmer, die vor 4 Monaten ohne jegliche Sprachkenntnisse nach Stockholm gekommen waren. Ich kann daher nur empfehlen, sich die Sprache vorher ein wenig anzueignen, vor allem, da Schwedisch nicht besonders schwer und dem Deutschen auch recht ähnlich ist. Wichtig wären es Vokabeln zu lernen, die man im täglichen Umgang mit den Kindern braucht. „Sluta“ (dt. hör auf) war zum Beispiel eines der ersten Wörter, die ich in meiner Zeit auf der Insel gelernt habe.

Nette Leute, viel Kultur und wunderschöne Natur

Swedish landscapeZu meiner Gastfamilie kann ich wirklich nur Positives sagen. Sie waren eine super Familie, in der ich mich sehr wohl gefühlt und vor allem mit den Kindern viel Spaß gehabt habe. Man lernt sehr viel und ich kann mittlerweile viel besser verstehen, wie viel Arbeit es als Mutter ist, einen Haushalt zu führen, Kinder zu haben und dann noch zu arbeiten.

Die Insel Lidingö ist wunderschön, man kann sich gar nicht vorstellen, dass dort 40 000 Menschen leben sollen. Da ich direkt an der Zugstation wohnte, konnte ich aller 20 Minuten nach Stockholm fahren. Auch nachts fuhren jede Stunde zwei Busse auf die Insel. Stockholm, aber ich denke wohl auch ganz Schweden, zeichnet sich durch große Sauberkeit aus. Stockholm wirkt sehr aufgeräumt, man kann gut einkaufen gehen, sich mit Freunden treffen und auch das Nachtleben erkunden. Die Altstadt (Gamla Stan) ist absolut sehenswert und auch die großen Attraktionen wie Skansen oder das Wasamuseum sollte man gesehen haben.

Gute Kontakte über Sportvereine, Clubs oder Kirche

Preislich ist Schweden einfach teurer, für einen Schwimmbadbesuch musste ich schon mal sechs Euro berappen. Doch dafür ist Schweden landschaftlich einfach umwerfend, es gibt viele Seen, und diese schönen skandinavischen Häuschen sind wirklich zauberhaft. Die Schweden selbst sind sehr freundlich und hilfsbereit. Es fiel manchmal allerdings schwer, konsequent Schwedisch zu sprechen, denn wenn man nicht sofort alles verstanden hat, wechseln die Leute schnell auf Englisch. Das ist zwar nur nett von ihnen gemeint, aber schließlich will man ja auch Schwedisch lernen. ;-) Wer Schweden kennenlernen möchte, sollte sich am besten in einem Sportverein anmelden, einem Club beitreten oder sich in der Kirche engagieren. Das sind meiner Meinung nach die besten Möglichkeiten, Schweden kennenzulernen.

Ich kann daher einen  Au-Pair-Aufenthalt in Schweden absolut empfehlen. Man lernt viel Neues, dazu eine Sprache, die nun wirklich nicht jeder kann und eine wunderschöne Natur kennen. Wer sich, wie ich nur für so eine kurze Zeit entschließt, Au-Pair zu sein, der sollte am besten die Zeit zwischen April und August wählen. Da ist Schweden einfach am schönsten! 25 Stunden pro Woche ist die übliche Arbeitszeit und 3500 SEK (~370 €) das monatliche Taschengeld. Es wird meistens ein Sprachkurs von der Gastfamilie übernommen, wer mehr machen möchte, muss das selbst tragen.

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